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Tange — nur über Brücken zu erreichen
Im südlichen Teil des Landkreises Ammerland liegt Tange – eine kleine Ortschaft mitten im sogenannten „Dreiländereck", nördlich der Cloppenburger Grenze zur Gemeinde Barßel und westlich des Landkreises Leer zur Samtgemeinde Jümme. Eingeschlossen südlich vom Barßeler Tief, nördlich vom Aper Tief und östlich vom Augustfehn-Kanal ist Tange – wenn man es recht betrachtet – nur über Brücken zu erreichen. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb die Tanger Einwohner sich einen ganz eigenen Charme und einen besonderen Stolz bewahrt haben.
Eingegrünt zwischen endlosen Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen schlängelt sich die Tanger Hauptstraße über etwa 4 Kilometer durch die langgezogene Ortschaft und endet direkt an der ostfriesischen Grenze.
Im Süden führt die Deichstraße – beginnend beim Hotel Bucksande – zu einem einzigartigen naturbelassenen Gebiet: dem Reet- und Schilfgürtel des Barßeler Tiefs. Naturliebhaber finden hier eine große Artenvielfalt an Wasservögeln und Amphibien, und an ausgewählten Stellen ist Anglern die Möglichkeit geboten, den einen oder anderen Fisch an Land zu ziehen.
Wer nun denkt, Tange sei zwar ein schönes, aber doch eher ruhiges Fleckchen Erde, der wird seine Meinung schnell ändern, wenn er ins Zentrum des Dorfes gelangt. Gewerbebetriebe und Baumschulbetriebe haben sich hier angesiedelt, und auch eine weithin bekannte Diskothek (Disco Tange) gehört dazu. Riesige Hallen und große Parkflächen prägen das Bild – doch mittendrin steht ein denkmalgeschütztes Gebäude: die ehemalige Dorfschule Tange, heute das Dorfgemeinschaftshaus und ganzer Stolz der Tanger Bürgerinnen und Bürger.
Erstmals erwähnt 1273
In der Aper Chronik ist nachzulesen, dass Tange erstmals im Jahr 1273 erwähnt wird – in Verbindung mit „Nordloh", „auf der Tange" und „Altona". Nur wenige Menschen besiedelten zu dieser Zeit diese Gegend, und es dauerte einige Jahrhunderte, bis Heide-, Binsen- und Moorlandschaften kultiviert waren.
Anfang des 19. Jahrhunderts fand man 300 Meter südlich der Dorfschule ein Urnenfeld aus der Bronzezeit – rund 3.000 Jahre alt. Zu dieser Zeit gab es nachweislich noch keine dauerhafte Besiedlung in und um Tange. Es wird vermutet, dass hier eine Bestattungsstelle unserer umherziehenden Vorfahren aus grauer Vorzeit bestanden hat.
Eine Verbindung nach Barßel bestand lange Zeit nur bei Bucksande mittels einer Fähre, die auf Bedarf eingesetzt wurde. Erst 1886 beschloss man den Bau einer Drehbrücke – der Schiffsverkehr war zu dieser Zeit bereits recht erheblich.
Im Jahr 1834 tauchte in Tange die Asiatische Cholera auf, und etliche Menschen starben daran. Woher die Krankheit so plötzlich kam, ist nie geklärt worden – zum Glück verschwand sie ebenso schnell wieder.